PhD Alumni

Anne-Maria Stresing Freiburg

Patienten mit somatoformen Störungen im psychotherapeutischen Gespräch
Eine konversationsanalytische Untersuchung zur interaktiven Erarbeitung eines psychosomatischen Krankheitsverständnisses

ErstbetreuerProf. Dr. Peter Auer
ZweitbetreuerProf. Dr. Gabriele Lucius-Hoene
DisziplinGermanistik
StatusPubliziert
Publikationhttp://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7986/

Im Fokus der Arbeit steht die interaktive Erarbeitung eines psychosomatischen Krankheitsverständnisses in psychotherapeutischen Gesprächen mit an somatoformen Störungen leidenden Patienten. Als somatoforme Störungen werden multiple körperliche Beschwerden bezeichnet, die sich nicht oder nicht ausreichend auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen, die aber in ihrer Erscheinungsform oft nicht von somatischen Erkrankungen unterschieden werden können. Auch wenn allgemein anerkannt ist, dass psychosoziale Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Störungen eine Rolle spielen, gehen viele Patienten von somatischen Ursachen ihrer Beschwerden aus. Die Arbeit untersucht, mit welchen konversationellen Verfahren Psychotherapeuten den Patienten psychosomatische Erklärungen für ihre körperlichen Beschwerden anbieten. Analysiert wird auch, wie Patienten diese Erklärungen aufgreifen. Einen weiteren Fokus stellt die Analyse von Sequenzen dar, in denen die Psychotherapeuten trotz abweichender Krankheitsvorstellungen der Patienten an einem psychosomatischen Krankheitsmodell arbeiten. Darüber hinaus wird untersucht, wie sich die Aushandlung eines alternativen Krankheitsverständnisses im Verlauf mehrerer Sitzungen einer durch kritische interaktionelle Momente geprägten Therapeut-Patient-Dyade gestaltet. Die Arbeit widmet sich in einem kurzen Überblick ebenfalls der Darstellung der von den Patienten in den Gesprächen geäußerten Ursachenvorstellungen über ihre Beschwerden. Die Datengrundlage bilden Konsil-Liaison-Gespräche zwischen Psychotherapeuten und Patienten mit somatoformen Störungen. Die Gespräche wurden im Rahmen einer Studie durchgeführt, deren Hauptziel die Motivierung der Patienten für eine psychotherapeutische Weiterbehandlung war. Aufgabe der Therapeuten war es u.a., mit den Patienten ein gemeinsames, psychosomatische Erklärungen einbeziehendes, Krankheitsverständnis zu entwickeln. Die linguistische Untersuchung der Daten erfolgte in dem sich anschließenden interdisziplinären Projekt „Zur Entwicklung eines gemeinsamen Schmerzverständnisses im psychotherapeutischen Gespräch mit somatoformen Patienten“ (Prof. Dr. Peter Auer, Deutsches Seminar 1, Universität Freiburg, Prof. Dr. Kurt Fritzsche, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg, Dezember 2004 bis November 2006).Als Untersuchungsmethode wurde die Konversationsanalyse (KA) gewählt. KA gehört zu den sozialkonstruktivistischen Forschungsansätzen und begreift Interaktion als ein prozesshaftes Geschehen, das sich emergent und lokal entwickelt und nicht auf präformierte soziale Strukturen zurückgreift. KA nimmt die Mikro-Organisation von Interaktion in den Blick und rekonstruiert, wie die am Gespräch Beteiligten selbst die jeweiligen Handlungen und Äußerungen interpretieren und behandeln. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Rekonstruktion von psychotherapeutischen Verfahren. Dabei wurden drei spezifische konversationelle Verfahren der Therapeuten herausgearbeitet. 1) Die so genannten Aktualisierungsfragen werden eingesetzt, um die Patienten dafür zu sensibilisieren, Gefühle oder körperliche Empfindungen wahrzunehmen, die als Reaktion auf psychische Belastungen auftreten können. Es geht im Besonderen darum, mögliche körperliche Empfindungen in einer zeitlich bereits zurückliegenden Situation zu aktualisieren, um sie im Hier und Jetzt bearbeiten zu können. 2) Die Lokalisierungsfragen stellen einen Zusammenhang von Gefühlen und Körper her. Den Fragen liegt ein relativ unidirektionales psychosomatisches Konzept zugrunde, das eine Repräsentation von Gefühlen im Körper annimmt und damit einen Kausalitätsbezug von psychischen Zuständen und somatischen Beschwerden herstellt. 3) Mit den als psychosomatische Zusammenführungen bezeichneten Verfahren werden den Patienten psychosomatische Erklärungen für ihre Beschwerden angeboten. Zusammenführungen heben dabei nicht (nur) auf allgemein-abstrakte Erklärungen ab, sondern sind u.a. durch den Rückgriff auf biographische Evidenzen auf die Lebenswirklichkeit des Patienten und dessen konkrete Beschwerden zugeschnitten. Sie sind inhaltlich überwiegend vorsichtig und tentativ gestaltet. Im Gegensatz zu der inhaltlichen Vorsicht´ üben die Therapeuten auf gesprächsorganisatorischer Ebene jedoch einen gewissen interaktiven Druck´ aus und arbeiten zielgerichtet daran, die Patienten zu einer Zustimmung zu ihrem Erklärungsmodell zu bewegen. Mit allen der untersuchten Verfahren heben die Therapeuten auf lebensweltliche Informationen, körperliche Empfindungen, Gedanken und Gefühle ab, zu denen die Patienten einen privilegierten Zugang haben. Die Patienten können daher in ihren Reaktionen Glaubwürdigkeit beanspruchen, und zwar zunächst unabhängig von der tatsächlichen Validität ihrer Aussagen. In den Analysen zeigt sich allerdings, dass die Therapeuten den privilegierten Zugang der Patienten zu ihren eigenen Empfindungen zum Teil infrage stellen oder sich darüber hinwegsetzen.


Kontakt

Emailanne.stresing@germanistik.uni-freiburg.de



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