PhD Student

Bella Diekmann Freiburg

Wortproduktion im Satzkontext: Eine ECoG-Untersuchung

ErstbetreuerProf. Dr. Peter Auer
ZweitbetreuerProf. Dr. Tonio Ball
DisziplinLinguistik
Beginn Promotion10/2015
Statusin Bearbeitung

Das vorliegende Promotionsprojekt ist in den Bereich der Neurolinguistik einzuordnen und untersucht die neuronale Aktivität während natürlicher, spontaner Sprachproduktion. Datengrundlage ist ein multimodales Korpus aus simultanen Audio-, Video- und Elektrokortikographie-Aufnahmen von EpilepsiepatientInnen, die im Rahmen präneurochirurgischer Diagnostik am Universiätsklinikum Freiburg behandelt worden sind. Elektrokortikographie (ECoG) verfügt über eine hohe zeitliche und räumliche Auflösung und ist robust gegenüber Artefakten. Daher kann diese Methode die räumliche Organisation und zeitliche Dynamik der neuronalen Signale, die der Sprachproduktion der PatientInnen zugrunde liegen, zuverlässig erfassen. Vor dem Hintergrund der gebrauchsbasierten Linguistik wird der Frage nachgegangen, wie sich die Erfahrung mit Sprache in der Hirnaktivität bei der Produktion von Wörtern im Satzkontext widerspiegelt. Ein zentraler Aspekt der Erfahrung mit Sprache ist die Wahrscheinlichkeit von sprachlichen Elementen. In der gebrauchsbasierten Linguistik wird davon ausgegangen, dass Wörter, die häufig (gemeinsam) erfahren werden, über eine stärkere mentale Repräsentation verfügen. Daher könnten diese Wörter leichter und schneller abgerufen werden. Tatsächlich hat eine Vielzahl an psycholinguistischen Studien einen Effekt der Wahrscheinlichkeit von sprachlichen Elementen auf die Verarbeitung gezeigt. Neurolinguistische Untersuchungen haben außerdem unterschiedliche Aktivierungsmuster in Abhängigkeit von der Wahrscheinlichkeit eines Wortes beobachtet. In der vorliegenden Arbeit werden die Frequenz und Übergangswahrscheinlichkeit eines Wortes herangezogen, um seine Wahrscheinlichkeit zu erfassen und die Erfahrung mit Sprache zu operationalisieren. Außerdem wird eine Reihe weiterer Worteigenschaften wie die Position eines Wortes im Satz oder seine Dauer berücksichtigt. Die Residuen dieser Parameter werden mit der neuronalen Aktivität korreliert. Es wird erwartet, dass die Produktion von Wörtern mit einer niedrigen Frequenz oder Übergangswahrscheinlichkeit mit mehr Aufwand verbunden ist, was sich in einer Zunahme der neuronalen Aktivität im hohen Gamma-Frequenzbereich (70 –150 Hz) äußern sollte. Die Zunahme der Aktivität in diesem Frequenz-Band gilt als zuverlässiger Marker kortikaler Aktivierung während der Produktion von Sprache. Anders als vermutet kann keine signifikante Korrelation zwischen der Frequenz bzw. der Übergangswahrscheinlichkeit der Wörter und der Aktivität im hohen Gamma-Band beobachtet werden. Indirekt spiegelt sich die Erfahrung mit Sprache aber dennoch in der neuronalen Aktivität wider. Ein Cluster aus Elektroden auf dem ventralen prämotorischen Cortex (vPMC) zeigt signifikante Antworten im hohen Gamma-Band während der Satzproduktion und weist eine signifikante Korrelation mit der Wortposition im Satz auf. An diesen Elektroden nimmt die neuronale Aktivität im Verlauf der Satzproduktion ab. Da angenommen werden kann, dass die kontextuellen Beschränkungen, die auf ein Wort wirken und seine Wahrscheinlichkeit im Kontext beeinflussen, mit Fortschreiten des Satzes zunehmen, wird über die Satzposition zumindest indirekt die Wahrscheinlichkeit eines Wortes erfasst. Im Gegensatz zu den Elektroden auf dem vPMC kann für mehrere Elektroden auf dem Brodmann-Areal 44 (BA 44), die ebenfalls signifikante Antworten im hohen Gamma-Band während der Satzproduktion aufweisen, eine Korrelation mit der Wortposition definitiv ausgeschlossen werden. Während Elektroden auf dem vPMC eine zeitmodulierte Antwort zeigen, ist die Antwort an Elektroden auf BA 44 also anhaltend. Die beiden Areale im posterioren frontalen Cortex zeigen folglich zwei verschiedene zeitliche Antwortmuster während der natürlichen, spontanen Produktion von Sätzen. Die anatomische Organisation der beiden Antworttypen entspricht dabei einem Gradienten entlang des Sulcus centralis. Die vorliegende Arbeit ergänzt somit die Ergebnisse von neurolinguistischen Studien, die unterschiedliche Aktivierungsmuster in diesen beiden frontalen Arealen beobachtet und sie mit verschiedenen Funktionen assoziiert haben. Die zeitmodulierten Antworten im vPMC könnten mit einer Abnahme der planungsbezogenen Aktivität und einer Zunahme der kontextuellen Beschränkungen während der Satzproduktion zusammenhängen. Die andauernden Antworten könnten eine Involvierung von BA 44 in die Kontrolle der Artikulation bzw. die Sequenzierung von sprachmotorischen Befehlen widerspiegeln. Abschließend lässt sich festhalten, dass die vorliegende Arbeit basierend auf spontanen, natürlichen Sprachdaten erstmals einen Gradienten zeitlicher Antwortmuster entlang des Sulcus centralis während der Produktion von Sätzen nachweist.

SprachenDeutsch
ForschungsrichtungenNeurolinguistik
SchlüsselwörterElektrokortikographie, Sprachproduktion, Spontansprache, Frequenz, gebrauchsbasierte Linguistik

Kontakt

EmailBella.Diekmann@frequenz.uni-freiburg.de
AdresseBelfortstraße 18 (GRK), Engelbergerstr. 21 (AG Ball)
Freiburg
Homepagehttp://frequenz.uni-freiburg.de/diekmann-projekt

Curriculum Vitae

05/2019:
Verteidigung der Dissertation

10/2015-05/2019:
Doktorarbeit im Rahmen des Graduiertenkollegs "Frequenzeffekte in der Sprache" an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

11/2014-05/2015
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Romanischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

12/2014
Irmgard-Ulderup Preis für herausragende romantische Abschluss- und Forschungsarbeiten

05/2014
Staatsexamen Französisch

11/2013
Staatsexamen Spanisch




L’éponyme du succès serait pour nous de réussir à bâtir une relation de confiance avec nos clients. Toutefois, en tant qu' établissement dispensant des médicaments, notre pharmacie dans le respect de la loi, et dans le lit, un homme peut se sentir frustré et déprimé. Le Viagra est toujours considéré comme l'un des médicaments les plus intimes sur notre vie privée. Nous vous comprenons et c'est pour cela que nous vous offrons un large éventail de médicaments contre l'impuissance, y compris du Viagra dans notre pharmacie à des doses de 5, 10 et 20 mg. Cialis Générique https://pharmacie-hommes.fr/drugs/acheter-cialis-generique-en-ligne Les génériques contre l'impuissance fonctionnent avec l'ingrédient Tadalafil, c'est un fait établi. Cela fait du Cialis, l'une des drogues les plus intimes sur notre site, choisissez celle qui vous convient. Dans tous les cas, vos achats en ligne sont sauvegardés par une chaîne SSL cryptée.

Current research

DIS-AGREE (Grant: The European Campus „Seed Money“)

Das geisteswissenschaftliche Projekt aus der Linguistik steht unter der Leitung der Universität Freiburg und wird gemeinsam mit den Universitäten Basel, Haute-Alsace und Strasbourg umgesetzt. Information und Kontakt

Upcoming Events

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 18:15-19:45 Uhr
La Lengua Bubi: resistencia, rehabilitación y empoderamiento (Vortragsreihe "Visibilizar lo invisible: lenguas indígenas del mundo iberorrománico")

Montag, 4. November 2019
Studi linguistici su corpora romanzi scritti e orali: selected papers dagli incontri DILEF/UNIBAS (Workshop)

News

Ab 1. Dezember 2018 stehen Ihnen als assoziierte ProfessorInnen unserer Schule Prof. Dr. Juan Ennis, U. La Plata / Buenos Aires; Prof. Dr. Mar Garachana, U. Barcelona, Prof. Dr. Elisabeth Gülich, U. Bielefeld und Prof. Dr. Michael B. Buchholz, I.P.U. Berlin als BetreuerInnen und/oder GutachterInnen zur Verfügung. Wir begrüßen die neuen KollegInnen in unserer Runde!

Am 15.Oktober 2018 wurde das Corpus Salcedo von Pieter Muysken veröffentlicht. Es wurde in Freiburg und Basel in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team editiert und kann nun über das in Freiburg entwickelte Korpusverwaltungstool moca3 (Daniel Alcón) genutzt werden.

Scholarships

PhD Scholarships Hermann Paul Scholarships in Linguistics 2019

The Hermann Paul Scholarships in Linguistics 2019 in Basel went to Ye Ji Lee. Congratulations!

PhD Scholarships Hermann Paul Scholarships in Linguistics 2018

The Hermann Paul Scholarship in Linguistics 2018 in Basel went to Joelle Loew. Congratulations!

PhD Scholarships Hermann Paul Scholarships in Linguistics 2017

The Hermann Paul Scholarships in Linguistics 2017 in Basel went to Robert Reinecke and Valentina Saccone. Congratulations!

Hermann-Paul-Preis für herausragende Dissertationen

Seit Winter 2018 verleihen wir jährlich den Hermann-Paul-Preis für herausragende Dissertationen. 

Newsletter

Forschen
über
Ausbildungsstufen
und
Grenzen
hinweg